Urlaubszeit ist Einbruchszeit - Maßnahmen und Förderungsmöglichkeiten

Anfang des Jahres machten Einbrüche und Einbruchsversuche in Halle, speziell in Dölau, Heide-Süd, Damaschkestraße und Gesundbrunnen oder zuletzt im Juli ein Einbruch in Lieskau bei Halle Schlagzeilen. Besonders jetzt, wo die Urlaubszeit naht, ist Einbruchschutz wieder ein großes Thema. Und bei der Sicherheitstechnik hat sich Dank Digitalisierung einiges getan. Innovative so genannte mechatronische Sicherheitssysteme helfen neuerdings dabei, Einbrüche präventiv abzuwehren.

Das größte Problem nach einem Einbruch ist oft nicht der Verlust von Wertsachen, sondern das Gefühl, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein. Das wichtigste Ziel technischer Einbruchschutzmaßnahmen muss es deshalb sein, dass der Einbrecher gar nicht erst ins Gebäudeinnere und damit in die Privatsphäre der Bewohner eindringen kann – so wie vor einigen Wochen in den Stadtvierteln Gesundbrunnen und Damaschkestraße geschehen.

„Einbrecher suchen immer den einfachsten Weg. Etwa durch Fenster und Türen im Parterre, die mit wenig Aufwand zu erreichen sind", erklärt Florian Lauw, Sicherheitsexperte beim Hersteller Abus. Einen Basisschutz bieten mechanische Sicherungen, die verhindern können, dass Einbrecher über Türen, Fenster oder Kellerschächte eindringen.

Bestimmte Mindestanforderungen umsetzen
Zu diesen mechanischen Mindestanforderungen im Einbruchschutz zählen die 3-Bandsicherung an Türen, die Arretierung von Abdeckungen und Gittern an Kellerfenstern und Lichtschächten oder die Pilzkopfsicherungen an Fensterbeschlägen. Letztere sind im Neubau meist standardmäßig vorhanden, können aber auch im Bestand relativ kostengünstig nachgerüstet werden. Einige Sicherheitsfirmen haben sich auf diese Nachrüstungen spezialisiert und können hier entsprechend schnell und kostengünstig helfen.

Abschließbare Fenster, Pilzkopfsicherungen an Fenstern und ein Sicherheitsschloss gehöhren heute zur Mindestanforderung beim Thema sicheres Haus (Foto: www.k-einbruch.de).

 

Am besten: Mechanik plus Elektronik
Einen Schritt weiter geht sogenannter mechatronischer Einbruchschutz, der den Einbruchversuch ebenfalls verhindern und zusätzlich melden kann. Setzt der Eindringling hier an einem mechatronisch geschützten Fenster oder an einer Tür einen Hebelversuch an, lösen spezielle Präventionsmelder sofort Alarm aus und setzen dem Angreifer zugleich einen Widerstand von etwa 1,5 Tonnen entgegen.

Diesen Schutz bieten spezielle mechatronische Funkalarmanlagen, die durch den Fachmann installiert werden müssen. „In der Regel gelangt der Einbrecher hier nicht ins Gebäudeinnere, sondern wird schon vorher in die Flucht geschlagen", so Lauw.

Innovativer Rundumschutz.
Moderne Funkalarmanlagen bieten zudem eine Vielzahl an Bedienmöglichkeiten und sorgen damit für höchsten Bedienkomfort – ob über die Zentrale, per App, über einen elektronischen Schließzylinder, eine Funk-Fernbedienung, das Funk-Bedienteil, den Funk-Schlüsselschalter oder den Proximity-Schlüssel. Letzteres ist ein optionales Zubehör zum berührungslosen Scharf-/Unscharf-Schalten von Alarmanlagen und ersetzt die Code-Eingabe. Zum Aktivieren oder Deaktivieren hält man den Chip einfach vor das Bedienteil. Der Benutzer muss sich keinen PIN-Code mehr merken, was die Berechtigung an der Anlage deutlich erleichtert.

Bei bestimmten Funkalarm-Modellen lassen sich zudem bis zu sechs IP-Videokameras einbinden. Mit ihnen kann man zu Hause nach dem Rechten sehen, auch wenn man unterwegs ist. Damit bieten Funkalarmsysteme einen Rundumschutz, der gleichzeitig perfekt in den Alltag passt.

Verhaltensregeln überprüfen
Der beste mechanische und elektronische Schutz hilft jedoch nicht, wenn man sich fahrlässig verhält. So sollte der Schlüssel nicht im Schloss stecken bleiben und die Haustür auch abgeschlossen sein, wenn man sich im Garten oder auf der Terrasse aufhält. Ist man abgelenkt oder beschäftigt muss man den Einbrecher nicht einmal bemerken. Fenster sollten ebenfalls geschlossen sein, wenn man nicht zu Hause ist – das Fenster nur anzukippen kann für manchen Langfinger schon einladend sein.

Auf der Website www.k-einbruch.de können Sie mit Hilfe des interaktiven Hauses Schwachstellen Ihrer Immobilie aufdecken und mögliche Schutzmaßnahmen kennenlernen.

Auch Leitern oder einbruchsunterstützende Werkzeuge müssen gut verschlossen werden und dürfen nicht frei zugänglich auf dem Grundstück herumliegen. Zuletzt ist auch ein gutes Nachbarschaftsverhältnis von Vorteil. Dem überquellenden Briefkasten, der förmlich schreit: „Hier war seit Tagen niemand im Haus“! sollte entgegen gewirkt werden.

Finanzielle Förderungen und kostenfreie Beratung nutzen
Seit Ende 2018 gibt es auch wieder umfangreiche KfW-Förderungen zum Einbruchschutz. Gefördert werden zum Beispiel:

  • Einbau neuer einbruchhemmender Haus- und Wohnungstüren
  • Einbau oder die Aufarbeitung von Fenstern
  • Einbau einbruchhemmender Gitter und Rollläden
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster, Balkon und Terrassentüren
  • Einbau von Systemen zur Einbruchs- und Überfallmeldung
  • Einbau von Gefahrenwarnanlagen
  • Smart Home Anwendungen mit Einbruchmeldefunktion

Hier sollte darauf geachtet werden, dass bestimmte DIN-Normen und Widerstandsklassen eingehalten werden. Information dazu erhält man bei den örtlichen Polizeidirektionen.

Auch der kostenfreie Sicherheitscheck der Polizei in Sachsen-Anhalt hilft, Schwachstellen bei der Gebäudesicherung aufzudecken. Ein abschließendes Protokoll über Nachrüstungen dient dem jeweiligen Sicherheitsunternehmen gleich als Anleitung, welche Mindestanforderungen umzusetzen sind, damit die entsprechenden finanziellen Förderungsmöglichkeiten auch geltend gemacht werden können.

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