Brandschutz in Haus und Wohnung - worauf ist zu achten?

Alle 2 bis 3 Minuten brennt es in deutschen Wohnungen. Mehr als 200.000 Hausbrände gibt es in Deutschland jedes Jahr. Dabei kommen ca. 600 Menschen ums Leben. Weitere 6.000 Menschen erleiden teils schwere Brandverletzungen, rund 60.000 Personen werden leicht verletzt. 70 Prozent der Brandopfer werden im Schlaf, zwischen 23 Uhr und 7 Uhr vom Feuer überrascht.

Dabei sind aber in der Regel nicht die Flammen die eigentliche Todesursache, sondern giftiges Rauchgas und Kohlenmonoxid. Wir zeigen, welche Rauchmelder im privaten Bereich verwendet werden sollten, ob Feuerlöscher in Haus und Wohnung sinnvoll sind und welche Verpflichtungen Eigentümer, Vermieter und Mieter beim Thema Brandschutzprävention haben.

Ein Drittel der Brände durch Elektrizität und Haushaltsgroßgeräte
Brandrisiko Nummer 1 ist die Elektrizität und hier speziell Elektrogroßgeräte. Sie machen rund ein Drittel der Brandursachen im privaten Umfeld aus. Das zeigt die seit 2002 geführte Brandursachenstatistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) in Kiel. In dem 1976 gegründeten Institut untersuchen Wissenschaftler und Ingenieure regelmäßig Brand- und Brandfolgeschäden und machen die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich. „Elektrogroßgeräte stehen in dieser Liste immer auf den ersten Plätzen“, sagt Dr. Hans-Hermann Drews, Geschäftsführer des Instituts.

Vor allem Wäschetrockner verursachen am häufigsten Brände, gefolgt von Kühlgeräten und Geschirrspülern. Das zeigt die Auswertung für den Zeitraum 2002 bis 2018. „Wir empfehlen darum, große Geräte wie den Wäschetrockner und die Waschmaschine nur zu betreiben, wenn jemand zu Hause ist, der eine Fehlfunktion bemerken und eingreifen kann“, sagt IFS-Geschäftsführer Dr. Hans-Hermann Drews. Aber auch überlastete Mehrfachsteckdosen und der unsachgemäße Gebrauch von veralteten oder defekten Geräten löst häufig Brände aus.

17 Prozent der Brände durch fahrlässiges Verhalten
Rund 17 Prozent der Brände werden durch fahrlässiges Handeln und leichtsinnigen Umgang im Haushalt verursacht. In dieser Kategorie sind Herdbrände eine sehr häufige Brandursache. Sie entstehen fast immer, weil Gegenstände auf dem Kochfeld abgelegt werden, die dort nicht hingehören, und der Herd dann versehentlich eingeschaltet wird. „Wir neigen zu der Überzeugung, dass uns so etwas nicht passieren kann“, so Drews. „Die Schadenzahlen zeigen allerdings, dass wir uns in der Hinsicht überschätzen.“

Rauchgas ist die Todesursache Nr. 1 bei Bränden
Die Todesursache bei Bränden ist meist nicht der Brand und die Flammen an sich, sondern verschiedene Rauchgase, die Vergiftungen hervorrufen. Vor allem nächtliche Brände sind gefährlich. Verantwortlich dafür ist der eingeschränkte Geruchssinn des Menschen während des Schlafs.

Bei diesem Thema wurde in den vergangenen Jahren viel Aufklärungsarbeit geleistet und mittlerweile gibt es in Deutschland eine flächendeckende Rauchmelderpflicht bei Neubau und nach Umbau von Wohnraum. „Eigentümer sind seit 2016 gesetzlich dazu verpflichtet, bestimmte Räume ihrer Wohnungen mit Rauchwarnmeldern auszustatten und diese auch regelmäßig von Fachfirmen warten zu lassen“ erklärt Susanne Rochow, von der Hausverwaltung immoEffect in Halle.

Aber auch Mieter tragen diesbezüglich gewisse Pflichten. Sie müssen alle gesetzlich verpflichtenden Brandschutzmaßnahmen zulassen und bei Instandhaltungs- und Wartungsmaßnahmen Zutritt gewähren. Zudem ist jeglicher Eingriff am Rauchwarnmelder nur durch geschultes Fachpersonal gestattet.

Jedwede Manipulation oder Demontage der Geräte hat einen vollständigen Austausch des Rauchwarnmelders zur Folge und ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. „Wir haben ab und an Fälle, in denen Mieter Ihre Rauchmelder während einer Renovierung überstreichen oder bei einer Fehlfunktion ohne Rücksprache demontieren“, so Rochow. Doch es gibt Service-Rufnummern, die man als Mieter rund um die Uhr anrufen kann, sollte ein Rauchmelder defekt sein.

Gefahr durch giftiges Kohlenmonoxid noch nicht im Bewusstsein
Defizite gibt es noch beim Thema Kohlenmonoxid. CO-Warnmelder sind ebenso wichtig wie Rauchmelder, aber noch nicht so weit verbreitet. Doch gerade dort, wo Festbrennstoffe wie Holz, Holzpellets, Öl oder Gas verbrannt werden – zum Beispiel im Heizungskeller, dem Hauswirtschaftsraum oder auch in der Nähe des nachgerüsteten Kamins im Wohnzimmer – sollte ein CO-Warnmelder installiert werden. Bei Fehlfunktionen – also der unvollständigen Verbrennung und ungenügender Sauerstoffzufuhr – kann sich die Luft mit dem farb-, geruchs- und geschmacklosen, nicht reizenden und sehr giftigen Gas anreichern.

Kohlenmonoxid ist deshalb so gefährlich, weil es selbst durch Betonwände unbemerkt in Wohn- und Schlafräume dringen kann. Bereits wenige Atemzüge können zur Bewusstlosigkeit und zum Tod führen. Wer also eine Heizungsanlage, Gastherme, Ofen oder Kamin in der Wohnung oder im Haus betreibt, sollte auf einen CO-Melder nicht verzichten. Das Gerät gibt bei einer erhöhten CO-Konzentration Alarm. Dann ist schnelles und ausreichendes Lüften das Gebot der Stunde, damit sich das Kohlenmonoxid verflüchtigt.

Feuerlöscher zur Erstbekämpfung des Brandes sinnvoll
Wenn es zum Brand kommt, ist es hilfreich, geeignete Feuerlöscher im Haus zu haben. Diese sollten leicht zu erreichen und vor allem funktionstüchtig sein. Feuerlöscher sollten auf jeder Etage vorhanden, griffbereit und nicht zugestellt sein. Wer den Löscher erst hinter Putzutensilien hervorkramen oder vom Keller ins Dachgeschoss transportieren muss, verliert wertvolle Sekunden.

Auf den richtigen Feuerlöscher kommt es an
Feuerlöscher sind in verschiedene Brandklassen eingeteilt. Dadurch ist es möglich, mit wenigen Systemen kleine Hausbrände einzudämmen. Da die meisten Brände durch Elektrizität entstehen sollte hier auf Pulver-, CO2- oder Schaumlöscher zurückgegriffen werden. Bei Fettbränden darf niemals mit Wasser gelöscht werden, da es hier zu Fettexplosionen und in der Folge zu schweren Verletzungen und Verbrennungen kommen kann. Schaumlöscher sind Pulverlöschern vorzuziehen, da das Pulver in jede noch so kleine Fuge und Ritze dringt und später nur schwer zu entfernen ist.

Auf der Ebene der Küche ist es ratsam, über einen Fettbrandlöscher zu verfügen. Mit diesem lassen sich fast alle gängigen Brandherde eindämmen, die im Haus auftreten können. Für Wohnungen, in denen das Platzangebot etwas geringer ist gibt es geeignete handliche Fettbrandlöscher, die im Küchenschrank verstaut werden können.

Dennoch gilt: Bei einem Brand sollte immer zuerst die Feuerwehr alarmiert werden! Sie sollten den brennenden Raum verlassen und unbedingt die Türen schließen, damit kein Sauerstoff von außen zur Brandstelle dringen kann. Nur beim Ausbruch kleiner Brände und, wenn Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen, sind Löschversuche mit einem Schaumlöscher möglich! Denn als Laie kann man schlecht einschätzen, ob man mit einem bestehenden Brand überhaupt fertig wird.

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